Dienstag, 6. April 2010

Das Arktis- und Antarktismuseum in St . Petersburg

This is an article I found some time ago about the Arctic and Antarctica Museum in St. Petersburg, probably the only museum of its kind in the world. In addition to extensive material on the history of exploring the polar regions, historic ship models and a documentary about the lives of the Arctic peoples can be found here. Accommodated in an orthodox church, the museum has got its own special nostalgic atmosphere but lacks some space to house everything. Unfortunately this article, originally from 2005 and updated 2008, is in German, here you can find the google translation.

Arktis- und Antarktis-Museum

"Weiße Nächte und lange Winter – Petersburgs Lage bietet schon einen Hauch polaren Klimas. Deshalb ist das weltweit einzige Museum, das die Arktis und Antarktis zum Thema hat, in der nördlichsten Millionenstadt der Welt gut aufgehoben – und bietet die Gelegenheit zu einer gemütlichen Pol-Expedition ohne Kälteschock.

Wer die Stufen zu dem imposanten Gebäude hinaufsteigt und durch den mächtigen Säulenvorbau die Eingangshalle betritt, wird den Verdacht nicht los, dass er in eine Kirche gekommen ist. Und tatsächlich, dass staatliche Museum für die Arktis und Antarktis – so die offizielle Bezeichnung –
ist in der ehemaligen Nikolauskirche der orthodoxen Altgläubigen untergebracht.


Eine museale Schöpfung der 30er Jahre

Ursprünglich wurde das Museum als Abteilung des Arktischen Wissenschaftsinstituts mit dem Ziel gegründet, alle Exponate der Polaraustellungen von Moskau, Archangelsk und Leningrad an einem Ort zu vereinen.

Im Januar 1937 öffnete das Museum erstmals seine Pforten für die Öffentlichkeit. Während des Zweiten Weltkrieges evakuierte man die Sammlung nach Krasnojarsk, und erst 1950 wurde das Museum an der Ecke Marata/Kusnetschny Pereulok für Besucher wieder zugänglich.

Parallel mit dem wachsenden Interesse der Sowjetunion an der Antarktis wurde 1958 der obere Stock als gewaltiger Ausstellungsraum mit Kuppeldach für den Südpol adaptiert. Das Museum ist in vier Abteilungen gegliedert.

Im Hauptschiff der ehemaligen Kirche ist die arktische Geographie und Natur das Thema. An einem anschaulichen Modell der nördlichen Hemisphäre kann man sich einen wunderbaren Überblick über die Polregion verschaffen.

Polares Leben zum Anschauen und Anfassen

Dioramen von Vogelkolonien, Walrossfamilien und den Tundra-Jahreszeiten geben Einblicke in Fauna und Flora. Vor allem für Kinder anziehend sind ausgestopfte Eisbären und Polarfüchse, die auch berührt werden dürfen. Die Museumsaufsicht in Form netter alter Damen drückt da gerne mal ein Auge zu.

Im rechten Seitenschiff lernen wir die (sowjetische) Wirtschaft und die (traditionelle) Kultur der kleinen Völker wie Nenzen und Jakuten in der Arktis kennen. Die künstlerischen Exponate, wie Kämme aus Walrosszähnen oder Bilder vom Leben der Eingeborenen wurden dabei von Studenten des Instituts der Völker des Äußersten Nordens kreiert.

Ein Blick in eine sowjetische Forschungsstation

Für die historisch und technisch interessierten Besucher wird im linken Seitenschiff die Erforschung des Nordpols nachgestellt. Exponate erklären die Entdeckung der Nord-Ost-Passage, die ab dem späten 17. Jahrhundert eine wichtige Handelsroute zwischen Asien und Nordamerika war.

Dabei wird den großen Nordexpeditionen des 18. und 19. Jahrhunderts, etwa von Vitus Bering oder Ferdinand Wrangel, besondere Aufmerksamkeit in Modellen, Bildern und technischen Objekten geschenkt. Als besondere Attraktion gibt es eine vollständig eingerichtete Kabine der Forschungsstation „Sewerny Poljus-3“ zu betrachten.

Das Obergeschoss ist ganz allein dem Südpol vorbehalten. In der Antarktisabteilung liegt auch das exklusivste Exponat des Museums: Tagebücher und Karten des Wettrennens zum Südpol zwischen dem norwegischen Forscher Roald Amundsen und dem britischen Kapitän Robert Scott.

Ein Ort für Nostalgiker
Konzeptionell handelt es sich hier um ein Museum traditionellen Typs mit zu vielen Ausstellungsstücken auf zu wenig Raum. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein, und der Eindruck, dass hier seit den 70er Jahren nicht viel verändert wurde, vertieft noch die Nostalgie nach der guten alten Zeit der Entdeckungsreisen. Führungen gibt es generell nur auf Russisch.

Aber wer Glück hat, dem läuft im Foyer der Experte Oleg Wwedenski über den Weg, der dem Besucher dann in bemühtem, aber radebrechendem Englisch eine kostenlose Führung durch sein Museum bietet. (Stefan Pohlmann/SPZ 08/2005)"

Source: Artikel aus Russland Aktuell /aktualisiert 2008 Photo credits: Herbert Framke(2,3), Stefan Pohlmann(1)

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