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Dienstag, 6. April 2010

Eisbären mit Gebietsansprüchen...The Russian Arctic...

Und hier geht es gleich weiter mit einem anderen Artikel aus dem Archiv zum Thema Russland und die Arktis...oder auch "Arktisches Monopoly"... Ein Spiegel-Online Interview vom 11.03.2009...

"Wir Russen sind wie Eisbären"

Einigen sich Russland, die USA, Kanada und europäische Staaten friedlich über die Ausbeutung der Arktis - oder löst der Run auf die Rohstoffe einen Kalten Krieg im hohen Norden aus? Der Kreml-Sonderbeauftragte Artur Tschilingarow erklärt im SPIEGEL-ONLINE-Interview Russlands Ambitionen.

SPIEGEL ONLINE: Herr Tschilingarow, was haben Sie gefühlt, als Sie aus Ihrem U-Boot die russische Flagge auf den Meeresgrund unter dem Nordpol pflanzten?

In 4267 m Tiefe...

Tschilingarow: Das war wie der erste Schritt auf den Mond. Schön ist es da unten. Und wenn in hundert oder in tausend Jahren dort einer runtertaucht, dann wird er dort die russische Fahne sehen.

SPIEGEL ONLINE: Was Rohstoffe angeht, ist der Pol wenig interessant.

Tschilingarow: Der Nordpol, der Meeresboden unter ihm, ist ein Symbol. Es geht weniger darum, wem er gehört, sondern darum, ihn zu erreichen. Unsere Expedition war eine geografische Entdeckungsreise. Erst danach haben Ihre Freunde im Westen die politische Bewertung abgegeben, Russland wolle die Arktis erobern. So ein Quatsch. Wissenschaftler haben das weltweit ganz anders bewertet. Ich habe dafür sogar im Vatikan den Friedenspreis der Weltföderation der Wissenschaftler bekommen.

SPIEGEL ONLINE: Ärgert es Sie, wenn der Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer eine stärkere Präsenz des westlichen Verteidigungsbündnisses in der Arktis ankündigt und dies mit den militärischen Aktivitäten Russlands begründet?

Tschilingarow: Das ist unbegründet und unseriös. Russland hat dazu keinen Anlass gegeben. Bitte, nennen Sie Beispiele.

SPIEGEL ONLINE: Aber gerne - die Patrouillen russischer Bomber und Atom-U-Boote.

Tschilingarow: Das machen die Amerikaner auch. Die Patrouillen gab es schon immer. Nur wurden sie in den neunziger Jahren nach dem Ende des Kalten Krieges und aus wirtschaftlichen Gründen ausgesetzt. Schauen Sie, wir haben keine Kriegsschiffe, die gleichzeitig Eisbrecher sind, und mir ist nicht bekannt, dass solche gebaut werden sollen.

SPIEGEL ONLINE: Auch die fünf skandinavischen Staaten scheinen Ihren Beteuerungen nicht zu glauben und diskutieren Pläne für ein Verteidigungsbündnis.

Tschilingarow: Das wird ihnen schwer fallen. Nur Russland verfügt über eine starke zivile atomgetriebene Eisbrecherflotte, die je nach Notwendigkeit jede Aufgabe erfüllen und jeden Punkt der Arktis erreichen kann.

SPIEGEL ONLINE: Das hört sich so an, als sei das Bedrohungsgefühl der Skandinavier nicht unbegründet.

Tschilingarow: Nicht Russland heizt hier die Situation an. Wir Russen sind wie Eisbären, ganz ruhig und selbstbewusst. Wir planen keinen Kalten Krieg in der Arktis. Wir treten im Gegenteil für internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit ein und sind bereit, Wissenschaftler aus allen Ländern an unseren Expeditionen teilnehmen zu lassen. Aber natürlich verteidigen wir unsere nationalen Interessen.

SPIEGEL ONLINE: Wie definieren Sie die?

Tschilingarow: Die Entwicklung unserer Inseln in der Arktis, die Wiedererrichtung unserer arktischen Forschungsstationen aus der Sowjetzeit und die Absicherung des Seeweges, der Atlantik und Pazifik miteinander verbindet. Ich habe deshalb gerade einen Gesetzesantrag in das Parlament eingebracht, der die Passage als nationale russische Transport-Magistrale definiert.

SPIEGEL ONLINE: Das klingt eher nach Geopolitik und Kampf um Rohstoffe als nach friedlicher Wissenschaft.

Tschilingarow: Natürlich geht es auch um Ressourcen. Wie soll ein so großes Land wie Russland denn ohne sie leben? Die Sowjetunion hat alles richtig gemacht. Es gab eine Kommission zur Untersuchung von Arktis und Antarktis. Gas, Öl, Edelsteine, Gold, Nickel - diese Rohstoffvorkommen wurden dank der Sowjetunion erschlossen. In unserer Zeit ist es Aufgabe von Präsident Dmitrij Medwedew, dass unsere Enkel und Urenkel später einmal dasselbe sagen. Dass es schlaue Menschen gab, die an die Erkundung neuer Rohstoff-Reserven gedacht haben. 2050 werden wir dann auch die Technologien haben, um die Rohstoffe unter dem Meeresgrund der Arktis zu heben.

SPIEGEL ONLINE: Dies ist ein ehrgeiziges Ziel für Russland mit seinem relativ kleinen Forschungsetat.

Tschilingarow: Das ist ein realistisches Ziel. Wir errichten in den nächsten zwei Jahren ein großes Forschungsobservatorium auf Spitzbergen mit mindestens 50 Wissenschaftlern. Gerade ist der Bau eines neuen Arktis-Expeditionsschiffes beschlossen worden, zusätzlich zu den beiden, die es schon gibt.

SPIEGEL ONLINE: Rechnen Sie damit, dass die internationale Staatengemeinschaft Russland die 1,2 Millionen Quadratkilometer der Arktis zubilligt, die ihr Land beansprucht? Das ist eine Fläche mehr als dreimal so groß wie Deutschland.

Tschilingarow: Ich rechne mit dem, was uns nach der Uno-Seerechtskonvention zusteht. Nun werden wir erst einmal unsere Ansprüche auf das strittige Schelf wissenschaftlich begründen.

SPIEGEL ONLINE: Sie wollen bereits im kommenden Jahr einen entsprechenden Antrag bei den Vereinten Nationen einreichen. Das zuständige Forschungsinstitut in Sankt Petersburg sagt aber, die nötigen Daten könnten erst bis 2013 gesammelt werden.

Tschilingarow: Wir wollen den russischen Antrag 2010 vorlegen. Ich hoffe, wir schaffen das.

Das Interview führte Moritz Gathmann"

Artur Nikolajewitsch Tschilingarow, 69, ist Russlands bekanntester Polarforscher und zugleich Politiker. Für seine Teilnahme an zahlreichen Expeditionen zu Nord- und Südpol erhielt er die Orden "Held der Sowjetunion" und "Held Russlands". In westlichen Medien machte er im Sommer 2007 erstmals Schlagzeilen: An Bord eines Tauchboots rammte er am Nordpol in 4261 Metern Tiefe eine russische Flagge aus Titan in den Meeresgrund. Präsident Dmitrij Medwedew ernannte ihn zum "Sonderbeauftragten für die internationale Zusammenarbeit in Arktis und Antarktis". Seit 1993 ist Tschilingarow Mitglied der russischen Staatsduma und wurde später zum stellvertretenden Fraktionschef der Putin- Partei "Einiges Russland".

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- Spiegel Online Fotostrecke Öl und Bodenschätze aus der Arktis

- In 4267 Meter tiefe/Spiegel Online 02.08.2007

-Fotostrecke zur Tauchfahrt

Eisbären in Russland - Putin und ein Arktischer Nationalpark...


Heute früh habe ich im Forum von World of Animals einen Auszug der Zoo Presseschau vom 02.04.2010 zu Putins Vorstößen gefunden, die Eisbären in der Arktis zu schützen.

"Der Regierungschef der RF Wladimir Putin rief auf einer Sitzung der Russischen Geographischen Gesellschaft dazu auf, nicht zuzulassen, dass der Eisbär in der Wildnis verschwindet. Putin überreichte einen finanziellen Zuschuss für das Programm der Erforschung der Eisbären in der Arktis und versicherte, dieses Projekt werde im Zentrum der Aufmerksamkeit der russischen Regierung sein."

Dies ist nicht ganz neu, bereits Mitte letzten Jahres gab es Meldungen zu dem geplanten Arktis-Nationalpark.

"Putin erbarmt sich der Eisbären

Russlands Regierungschef zeigt sich als ausgesprochener Tierfreund: Für die Eisbären lässt er ein Reservat einrichten. Und auch die Robben bekommen eine Sonderbehandlung.

Russland will Eisbären in der Arktis künftig mit einem Nationalpark besser schützen. Und dazu wies Wladimir Putin per Erlass die Gründung des Parks «Russische Arktis» auf dem Archipel Nowaja Semlja an, wie die Staatsagentur RIA Nowosti am Montag meldete.

Eingeschränkte Schifffahrt

Putin nannte den westlichen Teil der russischen Arktis einen «einzigartigen Ort mit grosser biologischer Artenvielfalt». Zuvor hatte er auch die Jagd auf Robbenbabys verboten.

Dank der Initiative werde etwa die Schifffahrt in der Region eingeschränkt, die Eisbären und deren Beutetiere gefährde, sagte der Leiter der Umweltstiftung WWF Russland, Igor Tschestin.

WWF begeistert

Der WWF (World Wide Fund For Nature) begrüsste die geplante Gründung des Nationalparks, bei dem auch Umweltexperten mitwirken sollen. «Wir hoffen sehr, dass die Eisbärenpopulation bewahrt werden kann», sagte Tschestin.

Vor allem aber müssten auch Initiativen zum stärken Klimaschutz durchgesetzt werden. Das russische Ministerium für die Nutzung der Naturressourcen plant den rund acht Millionen Hektar grossen Nationalpark in einem Gebiet, in dem sich die Eisbären zu Tausenden zu Paarung einfinden. (cpm/sda)"

Dies hört sich alles gut an, doch was ist damit...?

"Zur gleichen Zeit, so Experten, lenkt nicht so sehr die einzigartige Tierwelt der Arktis die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf sich, sondern eher ihr Reichtum an Bodenschätzen. Nach Angaben von Wissenschaftlern befinden sich gerade in der Arktis über 25 % der Weltvorräte an Erdöl und Erdgas.

Auf das Recht, die arktischen Territorien als die eigenen zu betrachten, erheben außer Russland, Kanada und den USA weitere zwei Staaten Anspruch – Dänemark und Norwegen. In diesem Jahr wurde in der Weltpresse bereits der mögliche Beginn eines neuen Kalten Krieges zwischen Russland und den USA erörtert – wegen den ungenutzten Ressourcen der Arktis."

Mehr zum Thema Russland und die Arktis in Kürze...

Sources: Artikel und Foto: Basler Zeitung/ 15.06.2009 sowie Beitrag im Forum World of Animals