Freitag, 13. November 2009

Bears in the news....Bills Blase,kahle Damen und betrunkene Braunbären...

Bills Blase....


Brillenbärin Dolores aus Leipzig

Brillenbärendamen haben mysteriösen Haarausfall....
Aufgrund einer noch unerforschten Krankheit verlieren die weiblichen Brillenbären im Zoo derzeit fast sämtliche Haare. Ursache der europaweit auftretenden Erkrankung könnte ein Gen- Defekt sein. Die Tiere sind nun zwar nackt, leiden aber, von Juckreiz abgesehen, anscheinend nicht unter der Erkrankung. Ähnliche Fälle traten wohl ebenfalls in USA und Brasilien auf, nur Bären in Zoos sind bislang betroffen.Dolores vorher...

Zookeepers' plea for help over bald animal mystery...

Two spectacled bears called Dolores and Lolita have gone almost bald, and their keepers do not know why.

Staff at Leipzig Zoo in Germany have contacted their peers around the world to ask if any of them have seen the phenomenon and can offer a solution.

The balding bears have lost their fur as the freezing German winter approaches.

The unusual appearances of the creatures has prompted widespread speculation in the country as to why it might have happened.It has also drawn hundreds of more visitors than usual to the zoo, in the eastern German city. ( ...)

Bären lieben Fallobst

Brauner Riese im Dauerrausch

Wodka, Whisky, Wein? Die slowakischen Braunbären teilen die menschliche Vorliebe für Hochprozentiges. Jedes Jahr im Herbst machen die Zotteltiere in benebeltem Zustand Wälder und Dörfer unsicher. Dort futtern sie tonnenweise vergorenes Fallobst. Kein Wunder, dass es sogar den pelzigen Riesen schummerig wird.

Von Christina Janssen, ARD-Hörfunkstudio Prag

Er hat ein braunes Zottelfell, wird bis zu drei Meter groß und ist ein echtes Schleckermaul: Was dem Menschen seine Schnapspraline, das ist dem europäischen Braunbär Ursus arctos ein Haufen Fallobst, je vergorener desto besser. Äpfel oder Birnen in fragwürdigem Zustand - in den slowakischen Bergdörfern liegen sie im Herbst haufenweise auf den Feldern herum. Und prompt ist dort der Bär los.

"Natürlich ist ein Bär dann nicht so betrunken wie ein Mensch, der aus der Kneipe kommt, nach einem halben Liter Schnaps", sagt Miroslav Saniga vom Institut für Waldökologie. "Der Bär torkelt dann nicht durch die Gegend. Aber er ist sehr verspielt. Er legt sich auf den Boden, wälzt sich herum, und vor allem hat er überhaupt keine Lust, bergauf zu gehen. Wie ein betrunkener Mensch, der die Treppe nicht mehr rauf kommt."

Allesfresser in Schnapslaune

So ein Bär in "Schnapslaune" frisst bis zu 30 Kilo vergorener Äpfel am Tag. Das entspricht etwa einer halben Flasche Wein und genügt für einen ordentlichen Schwips. Schaden tun sich die Tiere damit nicht, denn sie sind einiges gewohnt. "Der Bär ist ein Allesfresser", sagt Saniga. "Und wenn wir ihm dann einen reich gedeckten Tisch anbieten, irgendwo im Bergdorf, wo die Äpfel oder Pflaumen auch jetzt noch herum liegen, dann befiehlt die Natur dem Bären: Geh hin, friss dich voll, du wirst einen vollen Magen haben und ruhig schlafen."

Der Ursus arctos braucht also eine ordentliche Grundlage für den Winterschlaf. Da reicht ein Obstberg längst nicht aus. Manchmal, so Bärenexperte Saniga, futtern sich die braunen Riesen in einen regelrechten Dauerrausch. "Er frisst sich täglich voll und behält so immer einen gewissen Pegel", sagt Saniga. "So kann ein Bär auch mal eine Woche oder zehn Tage lang in einem Rauschzustand bleiben. Vor allem, wenn er feststellt, dass ein ganzer Garten voll ist von diesem gärenden Obst - dann kommt er immer wieder."

Bär am Bankautomaten

Richtig drollig sehen die braunen Pelzriesen dann aus. Aber die slowakischen Dorfbewohner halten sich trotzdem fern. Und das sollten auch Touristen tun. Denn selbst wenn ein Bär strampelnd auf dem Rücken liegt - gefährlich bleibt er immer. "Vorsicht: Man sollte da nicht abenteuerlustig werden", warnt Saniga. "Nach dem Motto: Hol’ mal schnell Dein Handy raus und wir machen ein Foto. - Die Tiere sind dann gar nicht mehr scheu, aber sie sind sehr unberechenbar und können ganz plötzlich zum Angriff übergehen."

Etwas Schlimmes ist bislang nicht passiert. Obwohl Dorfbewohner und Wanderer in der Slowakei immer wieder kuriose Begegnungen mit den beduselten Waldbewohnern erleben. "Wenn ein Bär in Smokovec hinter einer Dame auftaucht, die am Bankautomaten Geld abheben will, dann gehört er da einfach nicht hin. Und dann muss man das Problem notfalls radikal lösen."

Schätzungen zufolge gibt es in der Slowakei 400 bis 600 Braunbären - und sie kommen den Menschen immer näher. Eine Zeitlang hat die slowakische Umweltbehörde sogar überlegt, Bären zu exportieren. Doch davor sind die braunen Pelztiere jetzt erst einmal sicher. Der Winter naht - und ihren Schlaftrunk haben die meisten Tiere schon intus."

Sources:

- Bills Blase, Kahle Damen, Braune Riesen im Dauerrausch

Donnerstag, 12. November 2009

Statt eines Nachrufs - Robert Enke RIP

Rober Enke mit Leoa (10), Branca (18), Momo (9), Vincent (10), Santo (6), Hexe (10), Pinscho (10) und Opa (12), nicht auf dem Foto: ein Pferd und 2 Katzen...



Den Kampf gegen das Katzen-und Hundefellimport gewann er...
Gegen die Schatten auf seiner Seele wusste er sich nicht zu helfen...

Robert Enke wählte am 10.November den Freitod - RIP!
Seiner Frau Theresa, der Familie und Freunden und dem Lokführer gilt unsere Anteilnahme.

Related:
- Spiegel September 2002: Enke hilft Lassy & Co
- WDR November 2008: Robert Enke - Torwart und Tierschützer
- netplosiv September 2009: 8 Adoptivkinder- Enke und seine Hundefamilie
- Chinas Gegner - Juni 2007 (lesenswert zum Thema Hunde-und Katzenpelz!)
- August 2008 / Endlich - kein Import von Hunde-und Katzenfellen mehr
- Stern Fotostrecke nach seinem Tod
- PETA Video 19.07.2006

Mittwoch, 11. November 2009

Ein russischer Prinz wird 2....Rasputin turns two...Happy Birthday!

The Russian prince from Nuremberg ......knows how to be kept entertained......knows how to relax......and knows how to party...


HAPPY BIRTHDAY, RASPUTIN !!!

Credits:
- Caren/photos , please find a lovely pre-birthday-posting with more lovely photos on KWM
- Video of "Rasputin & Flocke lassen es krachen" by Manuela

Dienstag, 10. November 2009

Miffe, the fearless Vikinger in Rainbowland....

Yesterday Miffe, in Knut's community well known as the fearless viking and the owner of Mervi and Vesa, was seen on her way over the rainbow bridge after having lost the battle against kidney failure. Miffe will be awfully missed not only by Mervi and Vesa...The whole bear community......is saddened by this loss...

At the moment there are no appropriate words to express our sympathy, to lose a viking friend is just unbearable...Miffe who has enriched the life of so many of us and who formed part of the Knutitours team will never be forgotten...

Farewell Miffe...RIP!

- Bear community photos by Gitta&Dusty -

Highlands - Breeding Plans...

Erst wenige Wochen sind nach Mercedes Umzug ins Land gegangen, nun gibt es, nicht wirklich völlig überraschend, Presseveröffentlichungen über Absichten, doch Eisbären nachzuzüchten. Nicht mit Mercedes, denn sie gilt mit ihren 27 Jahren als zu alt, aber nach ihrem Tod...Ein Männchen soll her und nach Mercedes Tod ein Weibchen...Wer weiß, vielleicht schlägt Mercedes dem Zoo noch ein Schnippchen und lebt länger als die für sie noch 5 veranschlagten Jahre, speziell nachdem ihre Lebensbedingungen sich so verbessert haben. Dass Eisbären auch mehr als 40 Jahre alt werden können, wie es uns u.a. Debby mit ihren fast 43 Jahren gezeigt hat, scheint nicht in Erwägung gezogen worden zu sein...Hmm, und wieviele Eingaben wohl schon vorliegen für den männlichen Kandidaten...?-Just a few weeks after Mercedes' relocation and the first press releases are showing up about the zoo's breeding plans in the Highlands...Well noted, not with Mercedes as she is considered as too old for breeding now but after her death... which is to happen within the next 5 years due to the zoo...And then a new female should be brought in...Just for the records in case the zoo ignores, polar bears can live up to more than 40 years as we were shown by Debby...maybe Mercedes will make it even longer, especially now after her enclosure conditions have improved so much...And I wonder how many applications have already been submitted for the male polar bear...

Read full articles here:
- Move over Mercedes -zoo plans to breed polar bears/New Scotsman 10.11.09
- Park in polar bear breeding plan/ BBC 09.11.09

Freitag, 6. November 2009

35 Monatskratzen, eine kleine Wölfin und Schnee von vorgestern ...

Heute kommt zur Abwechslung auch mal wieder ein Spaziergang im Zoo, und ich komm drin vor, es war am Donnerstag...-
Today just for a change a little zoo report from one of my faithful friends, it was on Thursday and this time it's about me...Übrigens einen Tag nach dem ersten Schnee in Bärlin...-
By the way one day after the first snow in Bearlin... Sie wundern sich, was ich hier so dezent betreibe..? -
What I am doing here...?
Nun ja, an meinem 35 Monatsgeburtstag werde ich mich ja wohl noch ein wenig kratzen dürfen...-
Just a little 35 months birthday scratching might be allowed, don't you think?

But now the report...

"As the lazy person I am (not always but quite often), I missed to start immediately the sunny part of the day outside, and only arrived at Zoo Berlin when clouds had again taken over. Anyway, I spent some quality time there! First I experienced Knuti very relaxed with his cutest face at the left side of his enclosure – butt nearly over the moat. Giovanna was under the triangle-tree, and so they were far enough from each other to obviously feel well and cosy. Only when the slider opened, Giovanna moved and went inside ‘like a bat out of hell’. Knuti rose slowly, anyway, he tried to slip in right after Giovanna. Too late! So he moved a little aimless, then he scent very carefully the place where Giovanna lay before, and only after this he moved to the tree at the right hand side in order to start his ‘prior to feeding time “run” ‘. There were not too many people but it was a kind atmosphere around. Everybody enjoyed Knutis feeding, certainly he himself the most ;-) In the end of the feeding we could enjoy in addition the usual Giovanna-Knuti game with the pumpkin. They shared it nearly fair-mindedly, which was not quite sure whether by co-incidence or on purpose. It’s too cute to see Giovanna hopping up the rocks. As Knuti made no moves to play or interact in another way with Giovanna, she lay again down under the triangle-tree. (OK, not the whole time...)

Knuti stayed down in the little pool’s area and tried to get some things out of the moat...

Knut: "Ooops, this is not me although it could have been me..."

...which he obviously could smell from the ground, in slapping his paws into the water,
making swim-movements and in the meantime nodding determinedly with his head :-) After having done this for a while, he finally decided to go into the water and finally he made appear ........ a carrot! What a success! (sorry, Knuti, I don’t want to make fun of you but I had to laugh). All of a sudden he got an impetus of energy and swam and dived around as in spring time (somebody supposed he might have got his ‘deworm cure’, and therefore seemed to be so very tired for some days..?): he made the dolphin style swimming, sprang for the leaves at his enclosure, dived up a ball and the Aussie-toy, and played cheerfully on his own in the right hand side of the enclosure. It was mere pleasure. I think a lot of people stayed much longer than they had planned before at Knuti’s/Giovanna’s. (....)
At the wolves’ enclosure I saw first the adult wolves, Pelle and Falco, laying far from one another (Falco’s eye seemed to me to be a little better!),... ...and one of the little female wolves walked around in the enclosure ...– ...under observation of Pelle, who always had an eye on her once in a while, Falco seemed not to dare to do the same but is obviously also interested in the sweet child.... I asked another Knuti-friend whether she knew what’s about the second female wolf but she didn’t know either but was quite sure she is still somewhere in the dens. They were fed later by the young keeper and his even younger female keeper colleague. Hare or rabbit was on the menu, one for each, Pelle and Falco, and some other kind of meat was put down for the youngster, who unfortunately obviously didn’t dare to eat. Both of the adult ones didn’t eat up their rabbits. One time it seemed as if Pelle peed on Falco’s prey or at least it was in its neighbourhood – oh, oh, Pelle! When I came back to the bears’ rock, Knuti was already alone, and quite early the cage gate was opened and he ran in but came out already two minutes later. He must have gobbled extremely today! Some seconds later he went back into the cage, and came out again. He tapped two times from hind paws to front paws, which looked very funny, and then disappeared again. The slider remained opened so one could see that somebody played with Knuti through the bars towards the bears’ court..."


Thousand thanks to the lady who sent me her report just for the fun of it and thanks to all photograhers having made it possible to share the event...!

Photo credits: InaT (1,2,6,7,8), SylviaMickey (3,4) Monika (5,9,10,11,12,13,14) , ChristinaM wolves album 05.11.2009, Jessy (22)

Donnerstag, 5. November 2009

Lars and Jerka....Official introduction already last Tuesday...

Nein, das ist nicht Jerka vor der Scheibe...-
No, that's not Jerka in front of the window...
Das da ist Jerka...-
That's her, that is Jerka...
Wir müssen erstmal miteinander warmwerden, deshalb nicht wirklich ein echtes date...-
Please note, we have to warm up first, so it was not yet a date...
Sagen wir mal so, es war ein erstes Treffen und es verlief vielversprechend...-
But for a first meeting it was promising...


Photo credits and more photos:
Barbara Scheer (1,3,4,5), Wuppertalsite (2)

Thanks to Dumba who discovered the beautiful pics of Lars and Jerka taken by Barbara Scheer, an official zoo photographer of Zoo Wuppertal...!

Montag, 2. November 2009

Ruaha, die Eigenwillige....Belated Happy Birthday!!!

Das ist Ruaha im September diesen Jahres im Basler Zolli mit ihrem Pfleger Thomas Ruby (46), der von ihr sagt, dass sie nicht nur uralt, sondern auch "zickig"sei, noch nicht mal wiegen lässt sie sich, sie, die wohl 4,3 Tonnen auf dem Buckel hat und das, obwohl die Baseler Elefanten an sich jeden Monat gewogen werden......
Fotos vom offiziell 55.Geburtstag vor 2 Jahren mit der berühmten Rüblitorte haben wir schon letztes Jahr gezeigt...
Heute soll es anlässlich Ruahas 57. Zoo-Geburtstags, in Wirklichkeit ist sie ja ein Jahr älter, ein wenig genauer um ihre Geschichte gehen...Deshalb hier ein Artikel vom 1.November 2007 von Ruedi Suter : Ruaha,der Wildniss entrissen....

"Sie heisst Ruaha. Die Elefantin ist steinalt und hat ein bewegtes Leben hinter sich. Vor 55 Jahren wurde sie in Afrika ihrer Mutter und der Wildnis entrissen. Seither dient sie dem Basler Zoo als Publikumsmagnet, in einem viel zu engen Gehege. Hier die seltsame Geschichte eines Tieres, das in Basel einst Ilp genannt wurde und zeitweise das Leben in der Stadt stark mitprägte.

Die alte Dame ist gezeichnet, vom Alter, vom Leben. Davon zeugen der durchhängende Rücken, das eingefallene Gesicht, die traurigen Augen und der linke Stosszahn, der ihr erst kürzlich bis auf den Rest eines kläglichen Stummels abbrach. Zudem kann Ruaha, die Elefantenkuh, nicht mehr abliegen. Sie schläft nur noch stehend, angelehnt an eine Wand oder einen Baum, seit 17 Jahren schon. Denn einmal am Boden, käme sie von sich aus nie mehr auf die Beine. Ruaha, nunmehr schätzungsweise 56 Jahre alt, ist eine sehr betagte Greisin. Und sie hat von der Freiheit in der ostafrikanischen Wildnis über eine Schifffahrt durch den Suezkanal, Spaziergängen durch Basels Strassen bis hin zu Zirkusauftritten, den Kettenfesselungen im Stall und einer Jahrzehnte dauernden Gefangenschaft im Zoologischen Garten Basel alles erlebt. Jetzt hält Ruaha gar einen Rekord: Sie ist die älteste Elefantin Afrikas auf der Welt, die in der Enge eines Zoos ihr Dasein fristet. Und vielleicht gab es, so mutmassen die Zoo-Verantwortlichen, noch keinen Zoo-Elefanten, der ein derartig langes Standvermögen unter Beweis stellte.

Mehr Gefängnis als Gehege


Ruaha ist heute der Vorzeige-Elefant des Zollis. Die Ilpen - so pflegte man in Basel früher die Elefanten zu nennen – stammen allesamt aus Afrika. Immer schon war der Zolli stolz darauf, sich nicht nur – wie die meisten Zirkusse und anderen Zoos – mit den kleineren und einfacher zähmbaren Elefanten aus Asien abgeben zu müssen. Die Haltung von Loxodonta africana war die grosse Herausforderung, und dies sollte auch das Schicksal eines einjährigen Elefantenmädchens und vier etwa gleichaltrigen Artgenossen im Herzen des damaligen Tanganyikas bestimmen. Dort, im Gebiet des mächtigen Ruaha-Flusses und dem heutigen Ruaha-Nationalpark, wurde Ruaha 1952 als Baby für den Zolli gefangen und der Wildnis entrissen. Vielleicht war dies ein unverschämtes Glück, da die meisten ihrer gleichaltrigen Altersgenossen in Afrika längst schon Wilderern und dem Siedlungsdruck zum Opfer gefallen sind. Vielleicht war es aber auch ein grosses Pech, da die bewegungsfreudigen Elefanten nicht eingesperrt gehören. Schon gar nicht in ein zu enges Elefantengehege wie jenes in Basel, das seit vielen Jahren schon von Elefantenspezialisten als nicht artgerecht kritisiert wird, ohne dass sich hier etwas Entscheidendes täte. Ein Jammer, dass sich Ruaha nicht auf eine für uns verständliche Sprache äussern kann. Ihr Urteil über ihr Leben in Basel setzte dem ewigen Interpretationsstreit ein Ende, was für ein gefangenes Wildtier gut oder schlecht ist.

Ilpen-Bestellung fürs Elefantenhaus


Dass es überhaupt soweit kam, hat mit dem Schweizerischen Nationalzirkus "Knie" zu tun, der zu Beginn der fünfziger Jahre neben den Indischen Elefanten endlich auch einmal einen Afrikanischen Elefanten zur Schau stellen lassen wollte. Der damalige Wildtierarzt des Zirkus, Ernst M. Lang, knüpfte die Kontakte nach Afrika und erzählte dem Zolli-Verwaltungsratspräsidenten und Chemieindustriellen Rudolf Geigy vom Vorhaben, Afrikanische Elefanten zu importieren. Tropeninstitut-Gründer und Afrikafreund Geigy kam gleich so in Fahrt, dass er Lang mit einem Auftrag nach Ostafrika entliess: "Wir bauen ein neues Elefantenhaus – und Du bringst die Besatzung, nämlich sechs kleine Afrikaner, gleichzeitig mit dem Knie-Elefanten nach Basel."


Ernst M. Lang, später Zolli-Direktor und Zoologieprofessor an der Universität Basel (Bild unten mit Ruaha), reiste mit seiner Frau Trude nach Ostafrika, um in Tanganyika (heute Tansania) die damals noch gängige und aufwändige Fang-Expedition zu leiten. Gleichzeitig filmte, fotografierte und notierte Lang das Geschehen, um es später mit publizistischem Geschick und zum Wohle des Zollis einer breiten Schweizer Öffentlichkeit zu vermitteln. Wir zitieren aus seinem Buch "Mit Tieren unterwegs" eine Hetzszene im Ruaha-Gebiet, bei der das Elefantenkind Ruaha am 21. September 1952 gefangen wurde. Auf dem Fangwagen kommandierte Tierfänger Pelegrini die Aktion.Wilde Elefantenhatz

"Die Tiere laufen in Körperfühlung und schirmen die Kälber nach aussen ab, so dass man sie gar nicht sieht. Wie ein Schäferhund seine Herde, umkreist der Fangwagen die Gruppe, aus der oft eine der grossen Kühe zum Angriff ausschert: Sobald der Wagen die kritische Distanz unterschreitet, erfolgt ein Angriff. Pelegrini weicht geschickt aus. (...) Schliesslich löst sich ein halberwachsener Elefant mit zwei sehr kleinen Kälbern von der Herde, wird vom Fangwagen abgeschnitten und rammt diesen kurz. Die Kälber bleiben stehen, das grössere Tier schliesst zur Herde auf, und nun fährt der Gangwagen im Zickzack hinter der flüchtenden Herde her, um sie zu verjagen. Darin laufen ja die Mütter der zurückgebliebenen Kälber, und sie gilt es, wenn möglich fernzuhalten." Dann beschreibt Lang, was mit den zwei isolierten Elefäntchen geschieht: "Die Kälber drücken sich an die Autos, wie wenn es sich um ihre Mütter handeln würde, und wir können jedem einen Strick umlegen. Als wir eines der Elefäntchen in die Kiste schieben, stösst es nach uns und fuchtelt aufgeregt und heiser schreiend mit dem kleinen Rüssel. Die Kiste wird aufgeladen, der andere kleine Elefant in die zweite Kiste geschleust, und schon nach kurzem sind die beiden Tiere in ihrer Kiste auf dem Wagen verladen." Am Ende der Expedition waren sieben Jungelefanten geschnappt worden. Fünf davon sind für die Schweiz bestimmt: Die kleine Ruaha und Indunda sowie die drei Männchen Omari, Katoto und Tembo, der für den Zirkus reserviert ist. Nicht Ruaha...Elefantenverladung - Carl Hagenbeck

Ruaha liess die Bullen kalt


Der Elefantenfang wird von Lang und seinem Team im kenianischen Mombasa in Kisten auf das Deck des Frachters "Rjinkerk" verladen, um nun dauernd beobachtet, gefüttert, gepflegt und mit Spaziergängen an Deck bewegt zu werden. Die R
eise führt durch den Suezkanal nach Genua, wo die Kisten mit den Rüsseltieren auf die Eisenbahn verladen werden, um am 1. November 1952 im Bahnhof SBB von einer grossen Menschenmenge, Rudolf Geigy und Zoodirektor Heini Hediger empfangen zu werden. Für Tierdoktor Lang war die in jeder Beziehung anspruchsvolle Expedition ein voller Erfolg. "Kein Alttier musste beim Fang abgeschossen werden, und keiner der Jungelefanten hat beim Fang, bei der Eingewöhnung oder gar beim Transport Schaden erlitten", schrieb er über den "grössten Elefantentransport nach Europa seit Hannibal". Ruaha und ihre Artgenossen aus Tansania eroberten rasch die Herzen der Baslerinnen und Basler. Unter der intensiven Dressur und Führung von Tierpfleger Werner Behrens, einem einfühlsamen Ilpen-Spezialisten, konnte die Fünferbande sogar den Zoo verlassen. Sie zuckelte in Einerkolonne zur Markthalle, um gewogen und von den Marktfrauen mit Früchten verwöhnt zu werden. Sie trat aber auch bald im Zirkus Knie auf.

Oder sie marschierte zur Freude der Bevölkerung durch die noch verkehrsruhige Stadt (Bild, am Barfüsserplatz, Ruaha als Zweitletzte) und genoss den Allschwilerwald. Vor allem im Zolli durften später zahlreiche Kinder, die heute als Erwachsene in Basel das Sagen haben, auf den Rücken der Ilpen reiten. Ruaha allerdings fiel bald durch ihre Scheue und Eigenwilligkeit auf. Den Tierwächtern zäpfte sie in der Stadt zuweilen plötzlich davon. Der pensionierte Zolli-Elefantenpfleger Werner Behrens (78) gab OnlineReports heute einen Einblick in die Ilpen-Psyche: "Elefanten sind Persönlichkeiten und können sich verändern. Ruaha war nervös und man musste immer ein besonderes Auge auf sie haben. Die Bullen zeigten an ihr kaum Interesse, und wir konnten sie bald nicht mehr ausführen oder für das Kinderreiten einsetzen."

Die letzte Überlebende

Ruahas Zolli-Dasein verlief auch nicht ohne Tragödien. Ihre beiden Schicksalsgenossen Omari und Katoto wurden, als es für die Bullen in sexueller Erregung (Musth) noch keine Wechselställe gab, in der Gefangenschaft aggressiv und aus Sicht der Menschen "böse". Katoto wie auch Omari, der einmal ins Kantonsspital zum Röntgen geführt wurde und sich bei einem Stadtrundgang auf einem Auto ausruhte, wurden, nach kleinen Attacken auf Tierpfleger, beide getötet. Und Tembo, zu einem 6,6 Tonnen schweren Prachtselefanten herangewachsen, musste 1977 im Zoo von Hannover nach einem Oberschenkelbruch "als ältester Afrikaner in Menschenhand" tot gespritzt werden.
Idunda aber, die Sanfte, die Gelehrige, wurde unter Langs Nachfolger Dieter Rüedi zum Versuchstier für künstliche Besamung und erlag schliesslich einer angeblich schlecht behandelten Salmonellose. Zurück blieb einzig Ruaha, die Eigenwillige. Sie erlebte in den neunziger Jahren die Umstellung auf Freilaufhaltung und den heute weitgehend aufgehobenen Ankettungszwang. Auch erfuhr sie das Aus des Kinderreitens. Etwas, das weder Werner Behrens, der die Idee aus Hamburg mitgebracht hatte, noch sein Nachfolger Peter Wenger (64) nachvollziehen können. Im Oktober 2004 fiel Ruaha eines Steines wegen um, konnte aber durch die herbeigeeilte Feuerwehr mit einen Kran wieder auf die Beine gehievt werden. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Elefantenkuh laut Zollidirektor Oliver Pagan immer mehr "zur unangefochtenen Chefin der Gruppe".

Bis zum letzten Hinlegen

Auch das wollten die Verantwortlichen des Zollis an diesem Donnerstag gefeiert haben. Denn heute, am 1. November, sind es exakt 55 Jahre her, seitdem das Baby Ruaha mit seinen Artgenossen in Basel eintraf. "Ich freue mich sehr, dass Ruaha noch am Leben ist", sagte heute ihr damaliger Kidnapper und Adoptivvater Ernst M. Lang gegenüber OnlineReports. Der langjährige Zoodirektor, dem keine Radiosendung und kein Auftritt im seinerzeit noch neuen Fernsehen zu anstrengend war, um für den Zolli die Werbetrommel zu rühren, verbringt seinen Lebensabend in Basel. Dank seinem ausgezeichneten Gedächtnis erinnert er sich auch noch an viele Details. Der Vierundneunzigjährige war, rüstig wie er ist, zur Mittagszeit ebenfalls in den Zolli spaziert, um bei der offiziellen Übergabe der "Jubiläumstorte" an seine Ruaha zugegen sein: Ein leckeres Ringbrot, ohne Kerzen, aber mit 55 "Rüebli" drauf. Ruaha erhielt das Geschenk von Werner Behrens und einem weiteren Tierpfleger direkt ins Maul geschoben. Die Elefantin machte sich mit dem Leckerbissen gleich davon, um ihn langsam im Maul zu zermanschen. Dort, weiss Elefantenzahnforscher Lang, kaut die alte Dame im besten Fall gerade noch auf den achten Kauzähnen – den letzten vor der totalen Zahnlosigkeit. Lange wird Ruaha wohl nicht mehr leben, obwohl sie sich, einmal abgesehen von der Überproduktion ihrer Hornhaut, immer noch guter Gesundheit erfreut. Wenn sich aber die greise Dame nach 17 Jahren zum ersten – und zum letzten – Mal hinlegt, wird wohl auch eine für viele zwiespältige und jedenfalls seltsame Basler Ilpen-Geschichte ihr Ende finden. " (aus Onlinereports.ch vom 1.November 2007)


Elefanten vergessen nie....in diesem Sinne, Happy Birthday, Ruaha, eigentlich solltest du jeden Tag so eine Torte bekommen...!

Kurzinfo:

Im Moment lebt Ruaha zusammen mit Malayka, Heri, Rosy und Maya. Männchen Yoga ist durch einen Graben von ihnen getrennt. Im Basler Zolli werden nur afrikanische Elefanten gehalten. da sie ein Herpes-Virus in sich tragen, welches für sie nicht gefährlich ist. Sind aber afrikanische und asiatische Elefanten zusammen, ist das Virus sehr ansteckend und die asiatischen Tiere können daran erkranken. Darum werden heute afrikanische und asiatische Elefanten nicht mehr zusammen gehalten.

Stirbt ein Tier in der Wildnis, kommt es vor, dass die weiblichen Herdentiere um den Toten herumstehen und mit ihrem Rüssel Äste und Zweige auf den Leichnam legen. Stirbt im Zolli ein Tier, lässt man den anderen Tieren Zeit und die Möglichkeit, Abschied zu nehmen. Danach wird es untersucht, anschliessend wird es zerlegt und wie vom Staat vorgeschrieben als Kadaver entsorgt.


Other sources and photo credits :

-
Ruaha September 2009, Birthday cake pics (dailife 1 & 2)
-Die durstige Rüsselbande im Zolli/pdf
-
Sanfte Riesen (ein sehr lesenswerter Artikel über Ruahas Mitbewohnerin Heri, und zum komplexen Verhaltensspektrum von Elefanten, wie z.B. bei Wiedersehensfreude aufgeregt mit den Ohren zu schlackern, aber auch über ihre Gefährlichkeit...)
-
Zoodaten Zolli, Zoo Basel
-Ruaha Januar 2009/
Willy Trautwein (4)
-Foto aus Hagenbecks "Von Tieren undMenschen"
-Foto Circus Knie Archive : Rolf Knie 1956 mit einer Gruppe Afrikanischer
Elefanten aus dem Zoo Basel
- Die Elefanten im Baseler Zoo
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Vilya wird 60 Ruaha and elephant infos in engl. here