Dienstag, 31. August 2010

Bärenwiegen....Weigh-In of Mercedes...

Das, was viele Frauen fürchten, stand im August auch für Mercedes auf dem Programm...Ein Gang auf die Waage...Und das ganz freiwillig...Naja fast.

Frage: Wie wiegt man eine ausgewachsene Eisbärin?

Antwort: Mit Vorsicht.

Seit Mercedes letztes Jahr vom Edinburgh Zoo in die Schwesterneinrichtung, den Highland Wildlife Park kam, haben Mitarbeiter mit ihr gearbeitet, um auch Routine-Gesundheitschecks durchführen zu können ohne sie narkotisieren zu müssen. Die Mitarbeiter knüpften an die bereits in Edinburgh geleistete Arbeit an, der Weg zum Ziel ist dabei die klassische "positive Verstärkung", kleine Belohnungen im Tausch gegen erwünschtes Verhalten.

Am 9. August war es dann soweit, da ging es mit ein wenig Überzeugungsarbeit ab auf die mechanische Waage in ihrem Gehege. Zum ersten Mal, denn bislang hatten die Pfleger sich von ihrem eigentlichen Gewicht noch kein wahres Bild machen können. Mercedes Gewicht zu kennen ist aber wichtig, um neben der Durchführung von aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters nun anstehenden umfangreicheren Untersuchungen auch auf ggf. gesundheitliche Veränderungen angemessen reagieren zu können. Die richtige Dosierung von Medikamenten hängt hiervon ab, sowie im Falle eines Eingriffs auch die Menge der zu verabreichenden Narkose.

Mercedes hat bislang keinerlei Anzeichen von Krankheiten gezeigt, die Mitarbeiter möchten jedoch sicher sein, dass ihnen nichts entgeht, was die Lebensqualtät von ihr mindern könnte. Da Eisbären wie andere Wildtiere konditioniert sind, Krankheiten zu verstecken, um nicht Opfer von Angriffen durch stärkere Tiere werden, fallen erste Symptome üblicherweise lange nicht auf und können somit auch nicht früh genug angemessen behandelt werden.

Selbst bei einer sanften Eisbärin wie Mercedes ist es nötig, Vorsicht walten zu lassen, auch eine Wand aus Drahtnetz zwischen ihr und den Mitarbeitern ist keine Garantie, dass alles gut geht.

Doch das Training zeigte Früchte, es gab keine Zicken und auch keine Umwege, die aufgehängte Belohnung am Wiegeplatz, innerhalb der Passage zwischen ihren beiden Rückzugsräumen. muss ihr wohl gut gefallen haben....298 kg!!!

"Since arriving at the Highland Wildlife Park last October, Mercedes has been seen by many enjoying her new home. But on 9 August, Mercedes had what every woman dreads…a weigh-in!"

Her Keepers had been training her to voluntarily walk onto the scales which were located in a small passageway that connects her two roofed den areas with positive re-enforcement.

Her weigh-in was part of routine health checks and she weighed in at 291kg!

Q: How do you weigh a polar bear? A: Carefully

Since arriving last October from sister site Edinburgh Zoo, staff at the Highland Wildlife Park have been training Mercedes, the only polar bear in a UK zoo, to facilitate health checks. Today, Mercedes was weighed at the Highland Wildlife Park as she was persuaded to walk onto mechanical scales in her enclosure.

Using the common training practice of positive reinforcement (whereby an animal is rewarded for displaying a required behavior), staff at the Highland Wildlife Park have continued training started by her keepers at Edinburgh Zoo that allowed for some basic health checks to be carried out without the need for anesthesia.

However, until now keepers have never been able to get a true picture of her weight. This important measurement is key for health monitoring purposes, and also for ensuring that correct dosages of medicines, anesthetics etc are given. Animal Collection Manager at Highland Wildlife Park, Douglas Richardson, explains the process:

“Mercedes’ keepers have done an excellent job in gradually and gently enticing her onto the scales that are placed in a small passageway that connects her two roofed den areas. Although Mercedes is actually quite gentle for a polar bear, we still need to be very careful when working close to her, even when separated by a wall of steel mesh, as she is very capable of harming any one of us. The real drive to get her weighed accurately is to allow us to carry out a comprehensive health check. She gives all the signs of being in perfect health, but she is at the upper end of a polar bear’s lifespan and we want to ensure that we are not missing any potential age-related problems that may reduce her quality of life if they are not dealt with. All wild animals are pre-conditioned to hide illness to avoid predation or harassment, and a zoo polar bear is no exception, so her pending health check is very important.”

Und danach gab es Maiskolben im Pool...Ich bin sicher, da würden nicht nur Eisbären für auf die Waage steigen...!-

Afterwards she was rewarded with her favourite sweetcorn while taking a dip in her pool...That's what is called great service, isn't it? Not only polar bears would step onto a scale for such treats!

Source & photo credits:

-Edinburgh Zoo/09.08.2010

Das Spiel die Die große Bärenwaage gibt es wohl nicht mehr...

Related:
- Mercedes- Last Chance to See.../17.10.2009 and lots of other entries in October 2009 documenting her preparations , her voyage, her first days, later in December than her first snow...all connected to her relocation to the Highlands...and her first grand-child, a bear girl born on 13 October 2009... (just check the archive)

Kommentare:

Ulli J hat gesagt…

Hallo Birgit,

es war doch klar, dass diese jung gebliebene alte Dame ihr Idealgewicht haben musste.
Wir haben sie ja live gesehen und sie machte einen fitten Eindruck und war sehr an allem interessiert, was in und rund um ihre tolle Anlage vorging. Sie hat es auf ihre alten Tage wirklich gut angetroffen.

Ulli

Anonym hat gesagt…

Hallo Birgit,

Danke für den Bericht.

Das ist noch eine Eisbärin, die es gut getroffen hat und das auch noch auf ihre alten Tage.
Hoffentlich geht es so weiter.

Liebe Grüße, BrigitteE

Anonym hat gesagt…

Das ist gerade jetzt im Zusammenhang mit den Spekulationen und Überlegungen, ob es notwendig war, Knut zu narkotisieren und welche sinnvollen Untersuchungen wohl an ihm durchgeführt worden sind in der Narkose, ein interessanter Beitrag. Danke, liebe Birgit.

Dumba

Simba hat gesagt…

Dieses Posting hatte ich ganz bewusst gemacht, Dumba, denn ich hatte da auch schon von dem Blasrohr gelesen in der dt. Presse, das angewandt werden sollte, wenn Knut nicht freiwillig in die Kiste gehen würde...

Mich hatte letztes Jahr schon so sehr beeindruckt, dass es möglich war, Mercedes auf ihre alten Tage dazu zu bringen in die Kiste zu gehen, so dass sie auf ihrem Weg in die Highlands nicht narkotisiert werden brauchte, der Link zu der Verladeaktion

http://die-k-files.blogspot.com/2009/10/mercedes-arrived-well-in-her-new-home.html

Das Foto, worauf man sehen kann, wie Mercedes mit einem Auge immer durch die Kiste linst während der großen Fahrt, ist mein absolutes Lieblingsfoto, an das ich bei dem Thema immer denken muss!

Um ganz ehrlich zu sein, auch mir will nicht in den Kopf , weshalb man mit Knut, der an sich doch wirklich ein Bär ist, der positiv auf kontaktbezogene Aktivitäten reagiert , nicht dementsprechend vorbereitend gearbeitet hat (oder hat man doch und wir wissen es bloss nicht?). Es geht ja um viel mehr als nur den Wechsel von einem in ein anderes Gehege. Ich werde dazu sicher nochmal etwas machen, denn dieses Thema beschäftigt mich schon lange sehr.


Ganz lieben Gruß
Birgit